Zu Gast bei den Müller´s

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“Wir sind gewissermaßen schon Vereinsmenschen und wir sehen es als moralische Verpflichtung, den Verein durch Mitwirkung zu unterstützen.” – Katharina und Karl-Heinz Müller

Die beiden sind seit Ende der 1990er Jahre im Boulesport aktiv und möchten diesen bis ins hohe Alter hinein ausüben, sie mögen eben die Faszination des Boulesports.

Wir blicken auf ihre Anfänge und Vereinstätigkeiten zurück und fragen nach, warum sie sich damals wie heute für ein Ehrenamt begeistern können.

 

Quelle: Facebookseite der Boulegruppe SV07 Geinsheim

 

Informationen zur Person

 

Stellt euch bitte kurz vor (auch wenn wir uns schon eine gefühlte Ewigkeit kennen).

Ich, Karl-Heinz Müller, wurde am 6. Juli 1945 im Odenwald geboren. Nach einer Lehre als Einzelhandelskaufmann war ich bis zum Rentenbeginn 2006 in der Autobranche tätig.

Ich, Katharina Müller, wurde im schönen Frankenland geboren und habe einen Pflegeberuf erlernt. Seit einigen Jahren bin ich Rentnerin.

 

Wann habt ihr mit Pétanque angefangen?

Ende der 90er Jahre.

 

Im welchem Verein seid ihr momentan aktiv?

SV 07 Geinsheim.

 

Was macht ihr gerne, wenn ihr euch nicht mit Boule befasst?

Reisen und Wandern.

 

Für welche Sportarten interessiert ihr euch noch? Welche Hobbys habt ihr?

Fußball, Gymnastik, Bergwandern und Städtetouren.

 

Erfahrungen

 

Schildert kurz eure schönsten Erfahrungen während eurer Boule-Ära.

Die Treffen mit dem Bouleverein aus Bertrichamps/Lothringen  (2002-2005).

 

Was macht für euch ein guter BoulespielerIn aus?

Beherrschung der Taktik und kämpferisches Verhalten (Schluss ist erst bei 13). Fairness gegenüber dem gegnerischen Team.

 

Welche Position findet ihr am wichtigsten und warum?

Den Pointer (gutes Legen macht auch den besten Tireur „leer“).

 

Welche positiven Erfahrungen habt ihr beim Pétanque gemacht?

Man trifft meist auf nette Menschen, die das gleiche Ziel haben.

 

Welche negativen Erfahrungen habt ihr beim Pétanque gemacht? 

SpielerInnen, welche nicht verlieren können und ausfällig werden.

 

Ehrenamtliches Engagement

 

Wie seid ihr auf Pétanque aufmerksam geworden bzw. was macht für euch Pétanque aus?

Mit dem Geschenk eines Kugelsatzes im Jahre 1999, mit dem wir zunächst nichts anfangen konnten. Zufällig erfuhren wir, dass auf dem Seitenstreifen des Sportplatzes immer dienstags Boule gespielt wird. Wir gingen mit unseren Kugeln mal hin und sind seitdem von diesem Sport begeistert.

 

Ihr spielt schon sehr lange Pétanque und seid Trainer seit Bestehen des Jugendboules in Geinsheim, wie seid ihr zu diesem Amt gekommen und was hat euch motiviert, dieses über Jahre hinweg auszuüben?

Nachdem die damaligen Trainer Eva und Felix das Jugendtraining aus Zeitgründen im Jahre 2007 nicht mehr leiten konnten, sind wir eingesprungen und leiten seitdem das Jugendtraining. Motiviert hat uns, der Jugend schon frühzeitig die Faszination des Boulesports zu vermitteln.

 

Heutzutage gibt es nicht mehr so viele Personen, die ein Ehrenamt über einen so langen Zeitraum ausüben und gleichzeitig selbst sportlich aktiv sind? Warum ist das bei euch anders, seid ihr einfach Vereinsmenschen oder was steckt dahinter?

Wir sind gewissermaßen schon Vereinsmenschen und wir sehen es als moralische Verpflichtung, den Verein durch Mitwirkung zu unterstützen.

 

Karl-Heinz, du warst lange Jahre 1. Vorsitzender der Boulegruppe des SV07 Geinsheim, die du mit gegründet hast und warst für die Liga-Aufstellung verantwortlich. Wie blickst du auf diese Zeit zurück?

Es gab viele Höhen und Tiefen, wobei die sportlichen Erfolge überwiegen. Negativ war die Trennung der Boulegruppe wegen Differenzen mit einigen Mitgliedern.

 

Katharina, du warst als Schriftführerin ebenfalls im Vorstand tätig, wie kamst du dazu?

Ich wurde von der Mitgliederversammlung dazu gewählt.

 

Wie geht ihr mit dieser Doppelbelastung um, was steht für euch im Vordergrund? Bleibt überhaupt noch Zeit für andere Hobbys?

Die Doppelbelastung in dieser Form gibt es ja nicht mehr und Zeit für unsere Hobbys finden wir auch noch.

 

Was macht für euch Ehrenamt aus? Wie schwer ist es, Jugendliche zu motivieren und Trainings abwechslungsreich und anspruchsvoll zu gestalten?

Ehrenamt ist eine wichtige Aufgabe, ohne die im Verein vieles nicht mehr umzusetzen wäre. Die Jugendlichen zu motivieren ist schon schwer, weil sich das Verhalten der Jugendlichen, wenn sie  älter werden, ändert, aber die sportlichen Leistungen gesteigert werden müssen. Da wir Wind und Wetter berücksichtigen müssen, sind die Übungen dementsprechend schwer zu planen.

 

Gerade während Corona ist es schwer bzw. unmöglich, mit Jugendlichen zu trainieren. Wie schwer ist es, die SpielerInnen zu halten?

Das wird sich zeigen. Wir versuchen unser Bestes!

 

Was würdet ihr als euren größten Erfolg/eure größte Niederlage während eurer ehrenamtlichen Tätigkeit beschreiben?

Bau der Bouleanlage im Sportgelände (2002)   –    Gewinn der Deutschen Jugendmeisterschaft von 3 Geinsheimer Spielern im Jahr 2013.  Gewinn mehrerer Hessenmeisterschaften der Jugend. Aufstieg von 2 Mannschaften in die 3. Hessenliga (Erwachsene). Trotz eines Sieges im Triplette nach 2: 12 Rückstand erfolgte der Abstieg der 2. Mannschaft aus der 3.Hessenliga, da die anderen Spiele verloren gingen.

 

Quelle: Facebookseite der Boulegruppe SV07 Geinsheim

 

Welche Philosophie/Vision habt ihr als Jugendcoach?

Die Jugendlichen gut auszubilden und für den Boulesport in Geinsheim auch weiterhin zu begeistern.

 

Welche Eigenschaften zeichnen euch aus?

Nicht aufgeben!

 

Wie geht man als Coach mit Negativerlebnissen während des Spiels um? Wie kann man die SpielerInnen motivieren?

Negatives während des Spiels den Jugendlichen nicht anmerken lassen. Motivation durch Besprechen der Situation und gutes Zureden und aufbauen für die weiteren Aktionen.

 

Was gibt es zu verbessern, damit die Jugend besser gefördert werden kann?

Wegen Corona schwierig. Ansonsten Training, Training, Training!

 

Erinnerungen

 

Was sind eure schönsten Erinnerungen beim Pétanque?

Die Begegnungen mit den französischen Freunden aus Bertrichamps und die Spiele und Siege um den Freundschaftspokal mit den Auringer Boulefreunden, der jährlich ausgetragen wird.

 

Was sind eure persönlich größten Erfolge? An was denkt ihr gerne zurück?

Gewinn Cup de Rorem. Coaching des Außenseiterteams bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in Käfertal und Gewinn des Titels im Jahr 2013.

 

Lage des Pétanques in Hessen

 

Wie seht ihr die Förderung der Jugendlichen in Hessen und in Deutschland im Allgemeinen?

Förderung ist allgemein zufriedenstellend. Ein Schießtraining durch einen „Profi“ wie Peter Weise etc. wäre u. E. angebracht.

 

Wo stehen eurer Meinung nach die hessischen Jugendlichen im Vergleich zu Jugendlichen aus anderen Bundesländern? Was gibt es da noch zu tun?

Hessen liegt im Vergleich ja nicht schlecht. In BaWü wird allerdings mehr und intensiver trainiert. Zeitlich halt schwierig.

 

Allgemeines

 

Was haltet ihr von dem Gedanken „Dabeisein ist alles“?

Grundsätzlich wichtig, aber der Wille zum Sieg muss vorhanden sein.

 

Quelle: Facebookseite der Boulegruppe SV07 Geinsheim

 

Was haltet ihr von dem Grundsatz „Nur der Sieg zählt“?

Siehe Punkt davor.

 

Ein Wort in eigener Sache: Ihr habt bis zur Corona-Zeit, über viele Jahre hinweg, die größte Boulejugend Hessens betreut, zu der auch ich gehören durfte. Ihr habt einen wesentlichen Beitrag zu meiner sportlichen Entwicklung geleistet, dafür bin ich sehr dankbar! Was denkt ihr, macht Pétanque für die Jugendlichen im Vergleich zu anderen Sportarten aus?

Dieser Sport kann von allen Jugendlichen (auch mit Behinderung etc.) ausgeübt werden. Er erfordert auch Nachdenken (Taktik), was in einigen Sportarten nicht so ausgeprägt ist. Allerdings sind Mannschaftssportarten wie Fußball/Handball sehr bewegungsintensiv, was bei vielen Jugendlichen nach dem Sitzen im Schulunterricht motivierender ist.

 

Euer Schlusswort.

Der Boulesport fordert Geist und Körper und kann an der frischen Luft bis ins hohe Alter ausgeübt werden. Dies ist auch unser Ziel!

 

Vielen Dank für das Interview!

Primus inter pares