Heerlen – Glück auf!

Heerlen – Eine Stadt im Südosten der Niederlande wird zum Auferstehungsort des Leistungskaders Hessens. Mit viel Euphorie und Herzblut startete Frank Lückert, der neue Sportwart des HPV, Ende Januar in Groß-Gerau in sein Amt. Mit anspruchsvollen Trainingsübungen, sogenannten Parcours, verlangte Lückert den 34 Teilnehmern alle technischen Raffinessen ab. Besonders die Maßnahmen zum Teamgedanken dürfte den finalen Grundstein für Heerlen gesetzt haben. Dass Arbeiten und Malochen eine Grundvoraussetzung für Erfolg ist, das wird man kaum irgendwo besser verstehen als in der Provinzstadt Heerlen,  die ihren Wohlstand dem Bergbau zu verdanken hat. Umso schöner ist es, dass sich der Kreis für die mühevolle Arbeit der letzten Monate am vergangenen Wochenende beim Länderpokal schloss.

Was ist passiert? Nach dem ersten Tag steht der Hessenkader mit 3:2 Punkten auf einen guten 5. Tabellenplatz und darf mit Zuversicht auf die oberen Tabellenplätze blicken. Mit den Landesverbänden BaWü, Nord, Saar und NRW warten allerdings keine Leichtgewichte am Sonntag,  sondern direkte Konkurrenten und der Tabellenführer.

Gehen wir in die Einzelanalyse und werfen unser Augenmerk auf das Zugpferd des hessischen Verbandes: Mit der Mannschaft Senioren 1 um Altmeister Peter Weise formiert mit Pascal Sittmann aus Frankfurt, Jo Neu aus Wiesbaden und dem Neuzugang aus Viernheim, Steven Hoffmann, kreierte der Sportwart ein Monster zumindest auf dem Papier. Aber funktioniert das Team auch auf dem Platz? Klare Antwort nach der krachenden 1:13 Niederlage gegen Niedersachsen im ersten Spiel – NEIN!

Pascal, Steven und Peter
Pascal, Steven und Peter

Es heißt ja, aus Niederlagen wird man stark und dies gelang den Hessen in unglaublicher Art und Weise. Rein von den Ergebnissen her gewannen die Senioren 1 anschließend alle Spiele ungefährdet und meist deutlich. Am Ende der Veranstaltung wurden Sie als bestes Team ihrer Spielklasse geehrt. Die Kombination Sittmann/Weise konnte diesen Titel nach 2012 bereits zum zweiten Mal gewinnen.

Senioren 2, das klingt ein wenig nach Resterampe oder B-Kader.  Ist natürlich bei der Besetzung Markus Faltermann und Michel Lauer, beide aus Viernheim, mit Konstantin Singer von der Tromm und der Hessischen Nummer 1, Florian Panitz aus Dietzenbach, aber Blödsinn. Dennoch,  ähnlich wie bei den Senioren 1,  war der Start holprig und verkrampft. Nach einer 4:13 Niederlage gegen Niedersachsen, folgte ein 5:13 gegen den Landesverband Ost. Da ich Markus und Michel schon seit Urzeiten kenne, kann ich mir gut vorstellen,  dass nach der zweiten Niederlage deutliche Worte gefunden wurden, gefolgt von einem lauten „Come on!“.
Die folgenden 6 Spiele blieb dieses Team mit deutlichen Ergebnissen ungeschlagen. Wer schon einmal in den Genuss gekommen ist, gegen Panitz oder Faltermann zu spielen, wenn diese „on fire“ sind, kann sich dies auch sehr gut vorstellen. Die knappe Niederlage im letzten Spiel gegen NRW zerstört die Serie, aber keineswegs das gute Endergebnis von 6:3 Siegen bei Turnierende. Gefühlt, war dies auch eine der besseren Vorstellungen eines Senioren 2 Teams aus Hessen, womöglich sogar die Beste seit einem Jahrzehnt. Das Fazit dieser beiden Teams lautet klar: Job erledigt – und dies mehr als gut.

Kommen wir zum Frauenteam und den nackten Zahlen. Am Ende des Tages belegten die hessischen Mädels den vorletzten Platz in ihrer eigenen Spielklasse, mit den wenigsten erzielten Punkten und der schlechtesten Punktedifferenz. Ein Sieg gelang gegen das Team aus Berlin, das hinter Hessen den letzten Platz belegte, ein zweiter mit 13:10 gegen Nord. Die Schuld für das Abschneiden beim Sportwart, Coach oder der Nachrückerin Giesela Meller zu suchen halte ich für Unsinn. Auch die Nichtteilnahme oder Absage von Andrea Gerwig ist keine Ausrede. Das einzig erstaunliche ist die Tatsache, dass von den Top 6 der Rangliste nur Simone zum Einsatz kam. Ich denke jedoch, dass in diesem Bereich sehr viel Potential und Talent vorhanden ist, aber wohl differenzierter und feinfühliger gecoacht werden muss. Es bleibt zu beobachten, ob es in den nächsten Monaten gelingt Spielphilosophie und Rhythmus sowie Charaktereigenschaften und Führungsqualität zu vereinen. Mit einem Blick auf die Mädels, welche nicht gespielt haben sehe ich absolut positiv in Zukunft. Mit Lisa, Sylvia und Fabienne warten talentierte heiße Eisen, die auf ihren Einsatz brennen, und mit Nicole, Natascha und Marliese haben wir geballte Wettkampferfahrung. Mit dem aktuellen Team von Heerlen und dem oben aufgezählten Personal muss künftig ein 5:4 Endergebnis bei den Damen möglich sein.

Espoirs – die Hoffnung des HPV startet mit 4:0 in das Wettkampfwochenende. Im ersten Spiel gegen Niedersachsen halten sie als einzige die hessische Fahne hoch. In den nächsten beiden Spielen führen Sie den Landeskader mit ihren Siegen auf die Erfolgsspur. Ein knapper Sieg gegen Berlin brachte die Jungs auf Augenhöhe mit dem Team aus BaWü, beide zu diesem Zeitpunkt ungeschlagen. Was anschließend im Spiel gegen Bayern passierte ist aus der Ferne nicht zu beurteilen. Der Niederlage gegen den Freistaat folgten 4 weitere verlorene Partien in Reihe. Am Samstag gelang es Temur Kourbanov, Marco Kowalski, Marcel Hoffmann und David Hauck noch 11,8 Punkte pro Spiel zu erzielen. Am Sonntag waren es enttäuschende 5,75 pro Spiel, nur die Espoirs des Landesverbandes Ost waren schlechter. Ihr wisst alle Jungs, da wäre mehr drin gewesen und ihr könnt das auch besser. Glaubt an euch und eure Stärke, der nächste Wettkampf wird mit Sicherheit beständiger.

Beständig ist das perfekte Synonym für die hessische Jugend. Dank Hendryk und Sabine betritt fast Jahr für Jahr ein begabter Jugendlicher die Turnierszene Hessens. Mit viel Herzblut schmiedet die Familie Wagener in Dreieichenhain ihre Talente, ebenso wie in Ostheim ist in naher Zukunft einiges zu erwarten. Mit einem Turnierergebnis von 5:4 beendet das Jugendteam in Heerlen das Wochenende,  und dies ist vollkommen in Ordnung. Konstanz hat freilich gefehlt, weder wurden zwei Partien in Folge verloren noch entsprechend gewonnen. Dies ist in diesem Alter und angesichts des aktuellen Wettkampfbewusstseins überhaupt kein Problem. Ihr habt solide Ergebnisse erzielt, darauf werden die Coachs aufbauen und in die entsprechende Entwicklung gehen.

Am Ende belegte unser Verband einen guten 5. Platz mit Potential auf die Siegertreppe. Vielen Dank an alle Teilnehmer für das spannende Wochenende, ich habe es mit Aufregung verfolgt und meine subjektive Meinung aus der Distanz in diesem Post dargelegt. Mein besonderer Dank gilt Dir,  Frank , dafür,  dass Du es geschafft hast, mich für dein Team und den Leistungssport in Hessen wieder zu begeistern.

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